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NATO-Streitkräfte in Afghanistan sollen unter US-Kommando gestellt werden
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Die NATO-Streitkräfte in Afghanistan
sollen unter US-Kommando gestellt werden


STARS AND STRIPES, 16.01.10
http://www.luftpost-kl.de/luftpost-archiv/LP_10/LP01910_180110.pdf

( http://www.stripes.com/article.asp?section=104&article=67265 )
Die US-Streitkräfte sollen im Herbst das Kommando über die NATO-Operationen im
südlichen Afghanistan übernehmen, berichtete die Londoner TIMES. (s. http://www.ti-
mesonline.co.uk/tol/news/world/Afghanistan/article6987194.ece )
In einem am Donnerstag veröffentlichten Artikel  meldete die Zeitung,  dass die ge-
genwärtige Befehlsstruktur, die jährlich zwischen Großbritannien, den Niederlanden
und Kanada wechselt – wobei der stellvertretende Kommandeur immer ein US-Ame-
rikaner  bleibt  – durch zwei  Divisionskommandos mit   jeweils 30.000 Soldaten  im
Südosten und Südwesten ersetzt werden soll.
Das gegenwärtige System ruht auf den drei Nationen, die seit dem Einzug der NATO in
Südafghanistan die meisten Truppen stellen; 2006 haben sie das Kommando von einer
kleinen US-geführten Einheit übernommen. Durch die Ankunft von 21.000 US-Soldaten im
letzten Jahr haben die britischen, niederländischen und kanadischen Truppen ihre Zahlen-
mäßige Überlegenheit verloren, und das Zahlenverhältnis wird sich noch weiter verschie-
ben, wenn die in diesem Jahr erwarteten 18- bis 20.000 zusätzlichen US-Soldaten eintref-
fen.
Eine neue Befehlsstruktur würde auch den sich verändernden Realitäten Rechnung
tragen.  Die Niederlande,  die  insgesamt 2.160 Soldaten nach Afghanistan entsandt
haben, wollen im August (2010) mit ihrem geplanten Abzug aus der Provinz Uruzgan
beginnen und bis Ende 2010 alle Soldaten abgezogen haben. Kanada, das 2.830 Sol-
daten  in Afghanistan hat,  plant,  seine Kampfeinsätze  in der Provinz Kandahar ab
Juli 2011 zu reduzieren und bis Ende 2011 seine Truppen abzuziehen. Höhere Re-
präsentanten beider Länder haben jedoch öffentlich angekündigt, dass ihre Truppen
in der von der NATO geführten Koalition von 42 Staaten andere Rollen übernehmen
könnten. (Karte s. http://www.luftpost-kl.de/luftpost-archiv/LP_10/LP00610_050110.pdf )
Die TIMES meldete, dass der britische Generalmajor Nick Carter, der seit November 2009
die NATO-Streitkräfte  im südlichen Afghanistan befehligt,  seinen Posten bis zur Einfüh-
rung der neuen Befehlsstruktur im Herbst behalten wird.
Offizielle des britischen Verteidigungsministeriums debattieren noch,  ob sie  für  das ge-
plante Regionalkommando Südwest einen regelmäßigen Wechsel der Befehlsgewalt for-
dern sollen, berichtete die TIMES. Das neue Kommando wird die Provinz Helmand umfas-
sen, in der gegenwärtig etwas mehr als 9.000 britische Soldaten neben etwas mehr als
10.000 US-Marineinfanteristen eingesetzt  sind.  Wenn das neue Kommando eingerichtet
wird, sollen die Zahlen auf 10.000 britische und 20.000 US-Soldaten angewachsen sein.
Das britische Verteidigungsministerium wollte den Bericht der TIMES nicht kommentieren.
Die Zeitung hat auch gemeldet, (Generalmajor) Carter habe ein Statement veröffentlicht,
in dem er die Ankunft weiterer 20.000 Soldaten im südlichen Afghanistan bestätigte und
erklärte, über die Organisation der neuen Kommandos sei noch nicht entschieden.
Col. (Oberst) Wayne Shanks, ein Sprecher der NATO-Streitkräfte in Afghanistan, teil-
te mit, die NATO habe noch keine Entscheidung über die Befehlsstruktur im Süden
des Landes getroffen.
(Wir haben den Artikel komplett übersetzt und mit Ergänzungen in Klammern und Hervor-
hebungen versehen. Nach Unserem Kommentar drucken wir den Originaltext ab.)
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Unser Kommentar
Die   US-Streitkräfte   nutzen   den   geplanten   Abzug   niederländischer   und   kanadischer 
Kampftruppen aus Afghanistan, um ihren ohnehin dominieren Einfluss auf  die Operatio-
nen der Truppen anderer NATO-Staaten und sonstiger Koalitionspartner noch stärker aus-
zubauen. Das geschieht nicht nur durch die in dem Artikel angekündigten US-Truppenver-
stärkungen im Süden, auch im Operationsgebiet der Bundeswehr im Norden wird die US-
Präsenz verstärkt   (s.  http://www.welt.de/politik/ausland/article5726145/USA-wollen-2500-
Soldaten-nach-Kundus-schicken.html  ).   Damit   wird   die   Bundeswehr   in   Afghanistan
vollends zur  Fremdenlegion, die nur noch nach US-Befehl zu agieren hat. Deshalb darf 
der Bundestag keinesfalls noch mehr deutsche Soldaten nach Afghanistan schicken; un-
sere Volksvertretung muss endlich den von 71 Prozent der Bundesbürger geforderten Ab-
zug der deutschen Soldaten aus diesem völkerrechts-  und verfassungswidrigen US-An-
griffskrieg beschließen.
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