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Die NATO folgt Obama
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04.12.2009 / Ausland / Seite 2Inhalt

Mehr als 20 Länder wollen zusätzliche Soldaten für Krieg in Afghanistan entsenden

http://www.jungewelt.de/2009/12-04/061.php

Mehr als 20 Länder wollen nach Angaben der NATO zusätzliche Soldaten nach Afghanistan entsenden. Das teilte NATO-Sprecher James Appathurai am Donnerstag vor Beratungen der Außenminister des Militärbündnisses in Brüssel mit. Die inzwischen eingegangenen Absichtserklärungen und »starken Andeutungen« gingen über die am Mittwoch von NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen genannte Zahl von 5000 Soldaten hinaus, sagte Appathurai.

Öffentlich haben sich bislang deutlich weniger Regierungen geäußert. Georgien und Italien wollen jeweils bis zu 1000 Soldaten nach Afghanistan schicken. Polen will sein Truppenkontingent um 600 Militärs aufstocken. Großbritannien hat eine Verstärkung um 500 Mann in Aussicht gestellt, Südkorea will ebenfalls 500 entsenden. Spanien und die Slowakei planen eine Aufstockung um je bis zu 250 Mann. Albanien will 85 weitere Soldaten nach Afghanistan schicken, Mazedonien 80 und Montenegro 40.

Die Internationale Afghanistan-Truppe ISAF legte unterdessen aktualisierte Zahlen zur gegenwärtigen Truppenstärke vor. Demnach sind in Afghanistan zur Zeit 83500 ISAF-Soldaten stationiert, darunter gut 44600 aus den USA. Die von US-Präsident Barack Obama angekündigten zusätzlichen 30000 Soldaten sollten ebenfalls zur ISAF stoßen, erklärte NATO-Sprecher Appathurai. Die USA haben außerhalb der ISAF noch rund 26000 Soldaten in der sogenannten Antiterroroperation Enduring Freedom (OEF) im Einsatz.

Die Taliban haben den USA mit blutigen Angriffen gedroht, wenn weitere 30000 Soldaten nach Afghanistan geschickt werden. »Diese Strategie wird sich nicht auszahlen«, hieß es in einer am Donnerstag in Kabul verbreiteten Erklärung der islamischen Aufständischen. Sie werde den Taliban-Kämpfern lediglich die Chance bieten, »ihre Angriffe zu verstärken und die amerikanische Wirtschaft zu erschüttern«.

Als die Taliban noch Afghanistan regierten, waren die Straßen sicherer. Das erklärte der britische Generalmajor Nick Carter am Donnerstag dem Sender BBC. Frauen hätten vor der Invasion im Jahr 2001 alleine sicher durch den Süden Afghanistans reisen können. Dies sei jetzt nicht mehr der Fall, sagte Carter, der die NATO-Einheiten in Südafghanistan befehligt.

(AP/jW)