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Erinnerung an Opfer der Reichspogromnacht

07.11.2009 / Inland / Seite 4Inhalt

Erinnerung an Opfer der Reichspogromnacht




http://www.jungewelt.de/2009/11-07/048.php

Zahlreiche Veranstaltungen zu antisemitischen Ausschreitungen vor 71 Jahren geplant

Von Lothar Bassermann
Während Politiker und Mainstreammedien seit Monaten den nationalen Freudentaumel zum 20. Jahrestag des Mauerfalls zu forcieren versuchen, verschwindet der 9. November 1938 dieser Tage fast vollständig aus der öffentlichen Wahrnehmung. Antifaschisten und jüdischen Gemeinden bleibt es vielerorts vorbehalten, Veranstaltungen des Mahnens und Erinnerns an die antisemitischen Ausschreitungen vor 71 Jahren zu organisieren.

So finden bundesweit Gedenkkundgebungen, Rundgänge zu Stätten ehemaligen jüdischen Lebens und Ausstellungen statt. Mit ihnen soll an die fast einhundert auf offener Straße zu Tode geprügelte Juden, die in Brand gesetzten Synagogen und die Deportationen in der Nacht vom 9. auf den 10.November 1938 erinnert werden.

In Hamburg gestalten VVN-BdA, ver.di, Jüdische Gemeinde und Auschwitz-Komitee eine Mahnwache unter dem Motto »Nichts und niemand ist vergessen« zum 71. Jahrestag der Reichspogromnacht (Montag, 15.30 Uhr, auf dem Joseph-Carlebach-Platz, Grindelhof). In Aachen mobilisiert ein Bündnis zu einer Gedenkveranstaltung (Montag, 17.30 Uhr, Synagogenplatz). In Dresden findet eine Fahrradtour auf den Spuren jüdischen Lebens und Leidens (Sonntag, 11 Uhr, Kreuzkirche) sowie eine Gedenkkundgebung (Montag, 15 Uhr, Brühlsche Terrasse) statt. Mahnwachen gibt es am Montag auch in Potsdam (18 Uhr, Platz der Einheit) und Bernau (18 Uhr, Marktplatz).

Eine ganz andere Form des Gedenkens wird am Samstag ab 20 Uhr im Kölner Kulturausbesserungswerk (Kolberger Str. 95a) ein antifaschistisches Konzert sein. Esther Bejarano, eine der letzten Überlebenden des Mädchenorchesters aus dem Konzentra­tionslager Auschwitz, ist zusammen mit den Rappern von »Microphone Mafia« zu sehen. Eine Gedenkdemo unter dem Motto »Kein Vergeben, kein Vergessen« beginnt dann am Montag 18 Uhr am Offenbachplatz.

In Berlin mobilisiert ein antifaschistisches Bündnis am Samstag zu einer »Antinationalen Demonstration gegen die Wendefeierlichkeiten«. Sie beginnt um 16 Uhr am Checkpoint Charlie (Friedrich-/Ecke Kochstraße) und führt durch Berlins Mitte an der Synagoge in der Oranienburger Straße vorbei zum Rosa-Luxemburg-Platz. Am 9. November selbst wird im Rathaus Pankow (Breite Straße 24a–26) ab 15.30 Uhr eine Ausstellung der VVN-BdA über ehemaliges jüdisches Leben im Bezirk eröffnet. Ab 17 Uhr beginnt in Moabit die traditionelle Gedenkdemo am Mahnmal in der Levetzowstraße. Die Route der Demonstration orientiert sich dabei an der Strecke, über die SS-Mannschaften Tausende Juden von der früheren Synagoge in der Levetzowstraße zu den Deportationszügen im Güterbahnhof Moabit trieben – unter den Augen der Bevölkerung.
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