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Karsai will mit allen zusammenarbeiten

04.11.2009 / Ausland / Seite 6Inhalt



Karsai will mit allen zusammenarbeiten

http://www.jungewelt.de/2009/11-04/060.php

Afghanistan: »Regierung der nationalen Mitwirkung« angekündigt. Taliban weisen Gesprächsangebot zurück

Nach seiner amtlich bestätigten Wiederwahl plädiert der afghanische Präsident Hamid Karsai für eine »Regierung der nationalen Mitwirkung«. Ihr sollten Persönlichkeiten aus allen Teilen des Landes angehören, sagte Karsai am Dienstag vor Journalisten in Kabul. »Alle, die mit mir zusammenarbeiten wollen, sind willkommen – ganz gleich, ob sie bei der Wahl gegen mich gestimmt oder mich unterstützt haben«, betonte der Präsident. Seinen bisherigen Herausforderer Abdullah Abdullah erwähnte er allerdings mit keinem Wort.

Abdullah zog sich am Sonntag aus dem Rennen um die Präsidentschaft zurück mit der Begründung, daß er wie schon in der ersten Abstimmungsrunde am 20. August eine Wiederholung von Wahlbetrug erwarte. Die Stichwahl wurde daraufhin abgesagt, und Karsai von der Wahlkommission zum Sieger erklärt. Er wolle nun mit allen politischen Kräften zusammenarbeiten, auch mit kooperationswilligen Taliban, erklärte der Präsident. Dabei werde sein Land aber weiter auf internationale Hilfe angewiesen sein. Die Taliban verbuchten die Absage der Stichwahl als Erfolg ihrer Einschüchterungskampagne. »Unsere tapferen Mudschahedin haben es geschafft, den gesamten Prozeß zu stören«, hieß es in einer am Dienstag im Internet veröffentlichten Erklärung der Islamisten.

Als eine der dringlichsten Aufgaben der neuen Regierung bezeichnete Karsai die Bekämpfung der Korruption. »Afghanistan ist von der Korruption beschmutzt worden. Unsere Regierung ist von der Korruption beschmutzt worden«, sagte Karsai in Kabul. »Wir werden uns mit allen Mitteln bemühen, diesen Makel zu entfernen.« Einzelheiten seiner geplanten politischen Maßnahmen nannte er allerdings nicht. Beobachter betonten, daß Karsai schon mehrfach eine Ausmerzung der Korruption versprochen habe, ohne daß Taten gefolgt seien.

Karsais Gesprächsangebot wurde von den Taliban zurückgewiesen. Bei Karsais Aufruf handele es sich um »leere Worte«, sagte der Taliban-Sprecher Jussuf Ahmadi am Dienstag in einem Telefonat mit der Nachrichtenagentur AFP in Kabul. Karsai sei eine Marionette und auch seine Regierung bestehe aus Marionetten.

(AP/AFP/jW)
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