July 21st, 2010

Erneuter Räumungsversuch im Kunsthaus Tacheles gescheitert



Ein weiterer Räumungsversuch im Kunsthaus Tacheles ist heute früh am Mittwoch gescheitert.
Diesmal war die Räumung des Cafe Zapata angekündigt worden.


Der Gerichtsvollzieher hat lediglich den Ort und Namen festgestellt und aufgenommen.
Diese Information kommt von der Tacheles-Künstler Gruppe.

Über 50 Personen hatten sich vor dem legendären Tacheles und Cafe Zapata versammelt, um gegen die angekündigte Räumung zu protestieren.
Bereits Anfang der vergangenen Woche war ein Versuch gescheitert einen Teil der Freifläche mit einer daraufbefindlichen Kunstwerkstatt zu räumen.

Der Gerichtsvollzieher teilte noch keinen Termin für die Räumung des in Insolvenz befindlichen "Vereins Tacheles", der im Kunsthaus Tacheles Ateliers vermietet.

Die mehrheitlich im Besitz der Bundesländer Hamburg und Schleswig-Holstein gefindliche HSH Nordbank will das gesamte Grundstück samt dem Kunsthaus versteigern Eine der zahlreichen Töchter der Fundus-Gruppe hatte das gesamte Areal in den 90er Jahren von der Treuhand erworben und wollte bauen. Das Kunsthaus sollte Bestandteil des Gesamtprojekts werden.

Das international bekannte Kunsthaus Tacheles zählt jährlich fast eine halbe Millionen Besucher. Es wurde direkt nach der Wende von Künstlern besetzt. In den letzten Jahren gab es Mietverträge, die inzwischen ausgelaufen sind.


Auf der Webseite der Gruppe Tacheles findet man weitere Infos

http://www.tacheles.info/

Die für heute geplante Räumung des Café Zapata im Kunsthaus Tacheles ist vorläufig gescheitert. Gerichtsvollzieher und die Anwälte der Zwangsverwaltung mussten aufgrund rechtlicher Mängel der Räumungsklage wieder abziehen: Die beklagte Partei ist im Tacheles überhaupt nicht tätig. Auch am auf der Straße aufgebauten Kennenlern-Frühstück wollten die Anti-Kultur-Anwälte der Hamburger Kanzlei Titz und Tötter, die hier die HSH Nordbank und andere Gläubiger vertritt, in ihren kostspieligen Designer-Anzügen nicht teilnehmen. Der Anwalt des Café Zapata Herr Gehrke hatte nach nahezu einhelligem Urteil der zahlreich erschienenen Zapata-Supporter hingegen die schickere Sonnenbrille und: die besseren Argumente. Als Reaktion auf die erneut an Unkenntnis der Lage vor Ort und fachlichen Mängeln gescheiterte Räumung bietet die Gruppe Tacheles, zu der das Zapata gehört, den Anwälten der Kanzlei Titz und Tötter sowie dem Chef der HSH Nordbank Dirk Jens Nonnenmacher Praktikumsplätze im Tacheles an. “Wir brauchen noch Unterstützung bei der Organisation des Tacheles-Soli-Festivals Mitte August” erklärte die Sprecherin der Gruppe Katrin Maßmann und betonte zugleich erneut die Verhandlungsbereitschaft der Gruppe, die sich zum Erhalt des Tacheles für alle derzeitigen Nutzer, Projekte und Gruppen als Käufer oder Mieter des einst unter dubiosen Umständen für Null DM an Anno August Jagdfelds Fundus-Gruppe verscherbelte Gebäude sowie das Gelände ins Spiel bringt (siehe auch: “Gegenwärtige Lage” sowie “Jagd Jagdfeld”).

Die für den 28.07. angekündigte Räumung des Tacheles e.V. hat sich seitens des Gerichtsvollziehers nicht bestätigt: Aufgrund des laufenden Insolvenz-Verfahrens sind anhängige Klagen gegen den Tacheles e.V. auf Eis gelegt. Es handelt sich also um eine Fehlinformation, für deren Verbreitung sich die Redaktion bei allen Lesern entschuldigt.