June 30th, 2010

Berlusconi-Vertrauter zu 7 Jahren Haft verurteilt

30. Juni 2010
Marcello Dell'Utri, italienischer Senator und Vertrauensmann des Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi, ist am Dienstag von einem Berufungsgericht in Palermo zu sieben Jahren Haft verurteilt worden.

Dell'Utri, seit Jahren enger Mitarbeiter Berlusconis, soll Verbindungen zum Organisierten Verbrechen unterhalten haben. Die Staatsanwaltschaft hatte elf Jahre Haft beantragt.

In erster Instanz war er deswegen im Dezember 2004 zu neun Jahren Haft verurteilt worden. Laut den Richtern in Palermo hatte der 69-jährige Dell'Utri in den 80er Jahren und bis 1992 Kontakte zur sizilianischen Mafia gepflegt. Enge Beziehungen hatte er vor allem mit Vertrauensmännern der langjährigen Nummer eins der Mafia Salvatore Riina und seinem Nachfolger Bernardo Provenzano. Dell'Utri soll auch dem sizilianischen Mafioso Vittorio Mangano einen Job auf dem Anwesen Berlosconis in Arcore bei Mailand vermittelt haben.

Nuklearer Alptraum auf hoher See

Russlands erstes schwimmendes Atomkraftwerk ist am Mittwoch in St. Petersburg vom Stapel gelaufen. Solche Anlagen sollen vor allem in der Arktis zum Einsatz kommen.

Die russische Marine hat eine große Stückzahlen von Atom-U-Booten von der Sowjetmarine geerbt.  Der fachgerechten Entsorgung der U-Boote wurde anfangs kaum Wert beigemessen, viele verrosteten in russischen Marinebasen. Ende der 1990er Jahre hatte die russische Marine circa 130 alte nuklear angetriebene U-Boote angesammelt, die teilweise schon vor 20 Jahren außer Dienst gestellt worden waren und nur durch in den Rumpf gepumpte Druckluft und an die Seiten gebundene Pontons nicht sanken.

Reaktoren und die daraus entnommenen, verbrauchten, aber noch radioaktiven Kernbrennstoffe von U-Booten, die zerlegt wurden, wurden an der Küste in teils nicht ausreichend abgeschirmten Stätten gelagert. Es wurden auch ganze Reaktoren, teils mit, teils ohne Kernbrennstoffe, an der Küste der Karasee, überwiegend in den Fjorden von Nowaja Semlja, verklappt. Davon enthielten bis zu elf Reaktoren noch verbrauchte, radioaktive Brennelemente.

Auch in den Häfen der Fernost-Flotte liegen (Stand 2006) 30 bis 40 außer Dienst gestellte Atom-U-Boote. Russland wird bei der Entsorgung durch internationale Hilfe unterstützt. So erhielt die Flotte 2006 von Japan 171 Millionen US-Dollar, um nur fünf dieser Einheiten fachgerecht entsorgen zu können. Allein bis 2006 erhielt Russland vom Ausland über eine Milliarde US-Dollar für die Zerlegung von U-Booten und bot selbst 200 Millionen Dollar auf. Mit diesem Geld sollten alle außer Dienst gestellten U-Boote bis 2010 fachgerecht entsorgt werden.

Am Pazifik gibt es inzwischen immer noch 9 U-Boote die angeblich bis 2012 entsorgt werden sollen. Im Nordmeer soll es sich noch um 8 U-Boote handeln.

Auch in den russischen Atomkraftwerken bestehen teilweise besorgniserregende Sicherheitsmängel, vor denen immer wieder von Umweltorganisationen gewarnt wird..

Wie der Chef der russischen Atomholding Rosatom, Sergej Kirijenko, mitteilte, sollen noch einige Ausrüstungen an Bord des jetzt fertiggestellten schwimmendes Atomkraftwerks installiert werden. Im Jahr 2012 werde das AKW dann dem Auftraggeber zur Verfügung gestellt.

Das schwimmende Atomkraftwerk „Akademik Lomonossow“ ist 144 Meter lang und 30 Meter breit. Es verfügt über zwei Reaktoren mit je 35 Megawatt Leistung.

Neben der Energieversorgung abgelegener Gebiete sollen solche Anlagen bei der Ausbeutung arktischer Schelf-Vorkommen zum Einsatz kommen und auch exportiert werden.