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STASI 3.0 - Grossbritannien überholt Schäuble
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Dienstag, 6. Oktober 2009  Privatpersonen sollen die 4,2 Millionen Überwachungskameras in Echtzeit von zuhause aus überwachen und verdächtige Vorgänge umgehend melden. Erfolgreichen Schnüfflern winkt eine Prämie von 1100 Euro. Überwachungssystem soll bald weltweit verfügbar sein.

 

In Großbritannien droht demnächt die totale globale Überwachung per Kamera. 

Ein Konsortium aus den Besitzern der landesweit rund 4,2 Mio. Videoüberwachungsanlagen hat einen Wettbewerb ausgeschrieben, bei dem Privatpersonen bis zu 1.000 Pfund Sterling (ca.1100 Euro) Prämie für die Überwachung der Kameras kassieren können. Hintergrund: Es gibt zwar viele Kameras, allerdings zu wenig Personen, welche diese auch beobachten. Das soll sich jetzt ändern.

Die Teilnehmer des "Wettbewerbs" sollen das aus den Kameras gewonnene Videomaterial in Echtzeit von zuhause aus überwachen und verdächtige Vorgänge umgehend an die Eigentümer der Kameras melden.

Mitmachen kann jeder, der einen guten Internetanschluss besitzt. Die Betreiber der Überwachungskameras erhoffen sich, damit nicht nur britische, sondern Internetnutzer auf der ganzen Welt anzusprechen.

Das Vorhaben, das den kessen Namen "Internet Eyes" --->interneteyes.co.uk trägt, wird als Spiel beworben und soll bereits im nächsten Monat mit einem Testbetrieb in Stratford-upon-Avon nahe Birmingham an den Start gehen.  Ende des Jahres soll der Service landesweit angeboten werden. 

2010 soll der totale Kamera-Überwachungs-Service dann weltweit verfügbar sein. Motto: Keine Überwachungskamera mehr ohne aufmerksamen Überwacher. Jeder, der irgendwo  auf der Welt eine Kamera aufstellt, kann sich dann per Internet eine Art menschlichen "Wachhund" mieten, der Alarm schlägt, wenn sich etwas Verdächtiges tut.

Tony Morgan, ein Initiator des Projekts, sagte gegenüber der Times, dass Internet Eyes "die beste Waffe zur Kriminalitätsprävention sein könnte, die wir je hatten. Ich wollte dafür das seriöse Geschäft für Kriminalitätsabwehr mit dem Anreiz, Geld zu gewinnen verknüpfen. Es gibt mehr als vier Mio. Überwachungs-Kameras und nur tausend davon werden beobachtet. Auf diesem Weg werden sie 24 Stunden lang überwacht."

STASI 3.0

Die Gegner des Projekts haben sich auf der Insel allerdings bereits formiert. Sie befürchten, dass Großbritannien durch Internet Eyes zum "Schnüfflerparadies" wird, neugierige Hausbesitzer die Müllentsorgungspraktik ihrer Nachbarn ausspionieren und Auto- wie Motorradfahrer für die kleinsten Gesetzesverstöße denunzieren könnten.

Die Teilnehmer am Projekt erhalten für die Live-Videoüberwachung Punkte. Wenn sie etwas Verdächtiges auf ihrem Bildschirm beobachten, können sie per Knopfdruck einen Screenshot plus Textnachricht an den Besitzer der Kamera übermitteln. Der Besitzer wiederum gibt dem Hobby-Detektiv daraufhin Feedback, ob es sich tatsächlich um ein (potenzielles) Verbrechen handelt.

Für ein mögliches Verbrechen erhalten die Nutzer einen Punkt, beobachten sie ein tatsächliches Verbrechen, erhalten sie drei Punkte. Punkteabzüge gibt es allerdings, falls sich der Alarm des "Privatschnüfflers" als falsch herausstellt. Schlägt ein Nutzer insgesamt dreimal falschen Alarm, wird sein Account gesperrt.