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US-Kongressangehöriger Ron Paul; "Es ist nicht patriotisch zu lügen"


"1. Haben die amerikanischen Bürger das Recht die Wahrheit über die aktuellen Kriege im Irak, Afghanistan, Pakistan und den Jemen zu erfahren?

2. Ist eine wichtigere Frage, wie ein einfacher Soldat der Armee den Zugang zu solch geheimen Dokumenten bekommen kann?

3. Wieso gilt die Feindschaft am allermeisten Assange – dem Veröffentlicher – und nicht dem Versagen unserer Regierung, diese Dokumente zu schützen?

4. Sind die 80 Milliarden Dollar, die wir jährlich für den Geheimdienst ausgeben gerechtfertigt?

5. Was brachte mehr Tote hervor? Uns in einen Krieg zu lügen oder die Enthüllungen durch Wikileaks oder die Veröffentlichung der Pentagon Papers?

6. Wenn Assange für die Veröffentlichung von Informationen, die er nicht gestohlen hat, schuldig gesprochen werden kann, was sagt das dann über die Zukunft des ersten Zusatzartikels zur Verfassung (Anmerkung d. Redaktion: Dieser Artikel verbietet es, Gesetze zu verabschieden, die die Meinungs- und Pressefreiheit einschränken.) und die Unabhängigkeit des Internets aus?

7. Kann es sein, dass der eigentliche Grund für die ziemlich übergreifende Kritik an Wikileaks die Aufrechterhaltung einer fehlerhaften Außenpolitik dieses Staats ist und gar nicht so sehr die nationale Sicherheit?

8. Gibt es nicht einen großen Unterschied zwischen der Veröffentlichung geheimer Informationen, die unseren Feind in Zeiten erklärten Krieges helfen und der Veröffentlichung von Informationen, die beweisen, dass unsere Regierung log, um Kriege, Tod und Korruption zu fördern?

9. Gab es nicht eine Zeit, in der Patriotismus bedeutete, sich zu erheben, wenn die Regierung falsch liegt? Thomas Jefferson hatte recht, als er ermahnte: “Lasst uns die Augen der Wachsamkeit nie schließen.”

Komplette Übersetzung:
Die Veröffentlichung geheimer Informationen durch Wikileaks sorgte in den letzten Wochen für einigen Wirbel. Die hysterische Reaktion ist verwunderlich, weil sie beispielhaft zeigt, wie man den Überbringer schlechter Nachrichten töten möchte. Trotz aller Behauptungen haben die Informationen, die bisher veröffentlicht wurden – obgleich sie geheim waren – keinen Menschen verletzt, wohl aber viel Scham über unsere Regierung gebracht. Die Kontrolle über unseren Staat zu verlieren, scheint den regierenden Neokonservativen nicht zu schmecken. Nun haben wir mehr Informationen, die bestätigen, dass Saudi Arabien ein wichtiger Unterstützer und Geldgeber von Al Quaeda ist und das sollte unsere Alarmglocken tönen lassen, da wir nun garantieren können, dass deren Regierung nach der Sharia arbeitet. So stich noch mal mehr heraus, dass im Irak vor dem 11. September keine Al Quaeda existierte und trotzdem zogen wir aufgrund dieser lügnerischen Annahme in den Krieg. Assange – der Internet Publizist dieser Information – wurde von vielen Experten angeklagt, ein abscheuliches Verbrechen begangen zu haben, das die Verhaftung wegen Verrats oder eine Hinrichtung, ja gar ein Attentat rechtfertigen soll. Sollten wir uns aber nicht wenigstens fragen, wie die US-Regierung einen australischen Bürger wegen der Veröffentlichung geheimer US-Informationen verhaften soll, die er nicht gestohlen hat? Und wenn Wikileaks wegen der Veröffentlichung geheimer Dokumente belangt werden soll, wieso nicht auch die Washington Post, die New York Times und weitere, die diese Dokumente veröffentlichten? Eigentlich drohen einige im Kongress auch damit. Nach dem Entschluss des obersten Gerichts wurde die New York Times 1971 nicht schuldig gesprochen, nachdem sie die Pentagon Papers veröffentlicht hatte. Daniel Ellsberg verbrachte keinen Tag im Gefängnis für seine Rolle als Beschaffer dieser geheimen Dokumente. Die Pentagon Papers wurden auch in den Kongressbericht des Senators Mike Gravel eingefügt, ohne dabei irgendeine Anklage wegen dem Brechen nationaler Sicherheitsgesetze erwirken zu lassen. Obwohl das Publizieren dieser Informationen von vielen und jenen, die uns in den Vietnamkrieg logen und für die Verlängerung eintraten, als illegal betrachtet wurden. Aber die Wahrheit sprach aus den Pentagon Papers, sie deckten auf, dass über die Attacke am Golf von Tonkin Lügen erzählt wurden, die eine traurige und tragische Episode in unserer Geschichte verewigten. Wie der Vietnam Krieg, so basiert auch der Irak Krieg auf Lügen. Wir wurden nie von Massenvernichtungswaffen oder Al Qaeda im Irak bedroht – dennoch beruht der Krieg im Irak auf diesen falschen Informationen. Jede Information, die die offizielle Propaganda für den Krieg im nahen Osten angreift, ist der Regierung und den Unterstützern dieser unnötigen Kriege ein Dorn im Auge. Wenige interessieren sich für eine Auseinandersetzung mit den Zusammenhängen unserer Außenpolitik und unserer Präsenz im nahen Osten mit der terroristischen Bedrohung. Die Aufdeckung der tatsächlichen Gründe und Ziele unserer Präsenz in so vielen muslimischen Ländern wäre eine Bedrohung für unseren Staat und jede Enthüllung dieser Wahrheit wird den Regierenden missfallen. Fragen, die wir stellen sollten

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